November 20

Housesitting

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An die schönsten Orte reisen und dabei für die Unterkunft keinen Cent bezahlen?

(Foto: Royal Park Rajapruek, Chiang Mai)

Ja, das geht! 

Mit Housesitting zum Beispiel.

Vielleicht gehts dir jetzt so wie uns noch vor ein paar Monaten und fragst dich “Housesitting? Nie gehört!”

Wir sind das Thema Auswandern ja etwas ungewöhnlich angegangen. 

Für uns begann das mit der bloßen Entscheidung: JA, wir wollen aus Deutschland weg. 

Aber wohin? Keine Ahnung!

Also entschieden wir uns, das “wohin” durch eine Weltreise zu klären.

Da kam schon wieder die Frage auf: “Wo startet ihr?” 

Und wir antworteten wieder: “Keine Ahnung!” 

Wir haben uns einen zeitlichen Fixpunkt gesetzt, an dem wir unsere Reise antreten. So abgelenkt durch alle Vorbereitungen lebten wir in dem Vertrauen, dass sich schon noch rechtzeitig was für uns ergeben wird und sich der Ort, an dem wir starten sollen, irgendwie vor die Füße legt.

So saßen wir also ein paar Wochen vor Abreise beim Essen zusammen, als meine Schwägerin plötzlich in den Raum wirft: Macht doch Housesitting!

Sie erzählte uns von den Plattformen, auf denen man die Housesitting Angebote finden kann und wir setzten uns natürlich sofort ans Handy. 

Beim durchscrollen auf der ersten Plattform haben wir unseren Augen kaum getraut. Von den geilsten Villen mit eigenem Pool in Australien, über riesige Fincas in Spanien oder Apartments in der Großstadt war alles dabei. 

Was du dafür tun musst, um dort wohnen zu dürfen?

Du musst dich im Gegenzug um die Haustiere und die Pflanzen der Eigentümer kümmern, so lange diese selbst im Urlaub sind.

Da wir Tiere lieben und auch immer gerne offen sind, neue Leute kennenzulernen, war das einfach perfekt!

So kannst du Housesitting konkret nutzen

Nachdem wir uns im Internet ein bisschen schlau gemacht haben, haben wir uns dafür entschieden, uns bei der Plattform Trusted Housesitters anzumelden

Die Plattform sowie die Inserate sind auf Englisch, das solltest du zumindest ein bisschen sprechen können. Denn hinterher ist die Kommunikation mit den Gastgebern in den allermeisten Fällen ebenfalls auf Englisch.

Um dich dort anzumelden und alle Angebote sehen zu können, musst du eine Jahresmitgliedschaft buchen. 

Du kannst zwischen drei Paketen wählen. 

Dem Basic Paket für 119 €, dem Standard Paket für 149 € und dem Premium Paket für 239 € im Jahr.

Der Unterschied zwischen den Paketen liegt in der Absicherung und Leistungen von der Plattform in speziellen Fällen.

Ab dem Standard Paket ist eine Art “Haftpflichtversicherung” enthalten, solltest du während des Housesits etwas ausversehen kaputt machen oder mit dem Tier etwas passieren.

Das Premium Paket beinhaltet zusätzlich noch eine Entschädigung, wenn der Gastgeber kurzfristig den Sit absagen sollte, sowie Zutritt zu speziellen Lounge-Bereichen an Flughäfen weltweit.

Mit dem Link: https://dieblattners.com/sitting

bekommst du 30 % Rabatt auf deine Mitgliedschaft.

Wir haben uns fürs Standard Paket entschieden und nach der Buchung unser Profil angelegt.

Du erstellst dein eigenes Profil mit ausführlicher Beschreibung über dich, über deine Erfahrungen mit Tieren und deinen Beweggründen, warum du Housesitting machen möchtest.

Dann kannst (und solltest) du außerdem das Ganze noch mit sympathischen und aussagekräftigen Bildern schmücken.

Versetze dich bei der Erstellung deines Profils einfach in die Lage des Gastgebers. Bevor du jemanden in deinen privatesten Bereich, dein zu Hause, lässt und jemandem deine geliebten Haustiere anvertraust, möchtest du ja sicher auch möglichst viel über denjenigen wissen.

Sobald dein Profil erstellt ist und du dich mittels Ausweis verifiziert hast, kannst du auf die Inserate zugreifen.

Jetzt geht der Spaß richtig los! 

Du kannst dich entweder ganz frei durch ALLE Angebote durchklicken oder nach speziellen Kriterien filtern.

Du kannst nach bestimmten Orten suchen, nach Zeitraum und Dauer filtern oder aber auch nach Haustier sortieren. Wenn du also zum Beispiel nur auf Katzen aufpassen willst, kannst du das bei deinen Suchkriterien anpassen.

Da bei uns das “wohin” relativ frei war, haben wir erstmal nur nach dem “ab wann” gefiltert. 

Etwas Spontanität ist beim Housesitting schon gefragt…

…denn die meisten Angebote werden echt ziemlich kurzfristig eingestellt und kommen etwa 2-4 Wochen vor Beginn des Housesits online. 

In Einzelfällen findest du jetzt schon Inserate, die erst in einem halben Jahr stattfinden sollen.

Du musst also jeden Tag reinschauen, ob was neues passendes dabei ist und dich darauf einstellen, dass du erst eine Woche vor Beginn der Reise weißt, wo genau es hingehen soll.

Bei uns dauerte es auch 2-3 Wochen, in denen wir uns durch die Angebote klickten, bis uns ein richtig interessantes Inserat vor die Füße fiel:

4 Wochen Housesitting in Chiang Mai, Thailand. 

Ein wundervolles, großes Haus in toller Lage mit drei Katzen und einem Hamster.

(Foto: Unser vorübergehendes zu Hause)

Die Bewerbung

Wenn du ein passendes Inserat gefunden hast, dann kannst du dich auf das Housesitting bewerben. Du kontaktierst den Gastgeber mit einer persönlichen Nachricht.

Wir haben nochmal ein paar persönliche Worte über uns geschrieben und warum wir glauben, dass wir gut zum Housesit passen würden. Außerdem, dass wir uns über ein Kennenlernen freuen würden.

Dann heißt es abwarten. Der Gastgeber selektiert seine Bewerbungen. 

Nach zwei Tagen hatten wir eine Nachricht im Postfach. Sie fanden unser Profil ansprechend und haben uns einen Termin zum Kennenlernen via Zoom vorgeschlagen. Den haben wir natürlich sofort freudig wahrgenommen.

Am nächsten Tag war es dann soweit und wir hatten den Zoom Call mit den Hausbesitzern. 

Wir waren schon recht aufgeregt und unser Englisch war auch ziemlich eingerostet. 

Aber es war ein super lockeres, freundliches Gespräch mit dem Ehepaar. Witzigerweise war der Gastgeber Deutsch, was die ein oder andere Erklärung seeeeehr viel einfacher machte.

Wir sprachen über die Aufgaben vor Ort, über das Haus und die Umgebung, um beiderseits sicherzugehen, dass keine falschen Erwartungen bestehen.

Für uns hatte alles gepasst und sie sagten uns, dass sie sich noch mit einem weiteren Bewerber austauschen und danach entscheiden.

Am nächsten Tag dann die große Überraschung!

Ich öffnete mein Mail-Postfach und sah die Nachricht: “Ihr wurdet ausgewählt! Es geht nach Chiang Mai!” 

Ich hab vor meinem Laptop Freudensprünge gemacht und gestrahlt wie ein Honigkuchenpferd! 

Jetzt war klar: Wir starten unsere “Heimatsuche” in Thailand. Super aufregend!

Vorbereitung und Absprache bis zur Reise

Nachdem wir nun ausgewählt wurden, erhielten wir nochmals den genauen Housesitting Zeitraum und die Adresse.

Wir haben mit den Gastgebern unsere Nummern ausgetauscht, um die Kommunikation miteinander abseits der Trusted Housesitters Plattform einfacher zu gestalten.

Dann ging es an die Flugsuche. Um die weite Anreise für uns mit Kind etwas entspannter zu gestalten, haben wir uns dazu entschieden, eine Nacht in Bangkok zu verbringen, bevor wir weiter nach Chiang Mai fliegen. Um die Anreise und die dadurch entstehenden Kosten musst du dich selbst kümmern.

Das Koffer packen gestaltete sich nun auch einfacher, jetzt wussten wir, dass wir höchstens für den Flug einen Pulli brauchen.

Vor der Abreise erhielten wir nochmal detaillierte Tipps der Gastgeber, wie wir am besten vom Flughafen zu ihrem Haus kommen. Welches Taxi wir nehmen sollen und was es uns in etwa kosten wird. Das war sehr praktisch, um vor Ort keine bösen Überraschungen zu erleben.

Wir teilten ihnen unsere Flugnummern mit, damit sie im Notfall nachverfolgen können, falls sich die Flug- und Ankunftszeiten ändern.

Eins musst du dir beim Housesitting im Klaren sein: 

So eine Zusage ist schon eine bedeutsame Verbindlichkeit, mit der beide Seiten nicht leichtfertig umgehen sollten.

Denn für die Gastgeber ist der Urlaub schon gebucht und sie sind auf deine Hilfe angewiesen. 

Andersrum natürlich auch! Wenn du eine weite Anreise hast und Flüge buchen musst, ist das mit hohen Kosten verbunden, die du tragen musst. Für solche Fälle liefert das Premium Paket von Trusted Housesitters eine entsprechende Absicherung bis zu 1500 € für Ersatzunterkünfte, falls der Gastgeber kurzfristig absagt.

Bei uns hat das alles gepasst, die Reise konnte beginnen.

Hausübergabe vor Ort & Kennenlernen der Gastgeber

Nach einer schönen und unkomplizierten Anreise kamen wir am späten Abend am Haus in Chiang Mai an.

Wir wurden super nett von unserem Gastgeber in Empfang genommen!

Wie gesagt… da er ursprünglich aus Deutschland stammt, hatten wir den einfachsten Start überhaupt.

Er hat uns durchs Haus geführt, alles erklärt und uns Tipps für Einkäufe und Ausflüge in der Umgebung gegeben. 

Die erste Nacht haben wir also gemeinsam mit der Gastfamilie in dem Haus verbracht, deren Reise begann dann am Folgetag unserer Ankunft.

Der Housesitting-Alltag

Die Gastgeber sind weg und du bist alleine im Haus – was jetzt?

Musst du die Zeit im Haus verbringen? Darfst du Ausflüge machen?

Das waren Fragen, die uns häufig gestellt wurden.

Es läuft alles ganz entspannt.

Du vertrittst einfach deinen Host in all seinen Aufgaben. Du machst alles so, wie du es tun würdest, wenn das dein Haus und deine Haustiere wären.

In unserem Fall hatten wir drei Katzen und nen Hamster zu füttern. Streicheleinheiten und spielen nach Bedarf der Fellnasen. 

(Foto: Housesitting Katzen Fuji und Binny)

Im Haus selbst war für uns nichts zu tun, abgesehen von Ordnung halten. 

Putzen oder Blumen gießen mussten wir auch nicht, dafür gab es Gärtner und eine Haushälterin.

Blieb also jede Menge Zeit zur freien Verfügung für uns übrig.

Wir waren ja nicht klassischerweise zum Urlaub machen dort. Wir gestalteten vielmehr unseren ganz normalen neuen Alltag. Wir nahmen uns abwechselnd Zeit zum arbeiten und erkundeten die Spielplätze der Umgebung mit Theo.

Gemeinsam probierten wir uns durch die Cafés und Restaurants und besuchten einige Sehenswürdigkeiten in und um Chiang Mai.

(Foto: Doi Chaang Coffee, Hang Dong)

(Foto: Chiang Mai Old City)

Mit jedem Tag fühlten wir uns mehr und mehr so, als würden wir wirklich dort leben. Und die Katzen akzeptierten uns auch mehr und mehr als “neue Besitzer”. 

Housesitting ermöglicht dir einen ganz anderen Einblick in das alltägliche Leben an dem jeweiligen Ort.

Du bist in die Nachbarschaft integriert, lebst näher am Lifestyle der Einheimischen und bekommst ein Gefühl vom Land/ der Stadt, das du sonst als normaler Tourist nicht so schnell hast.

(Foto: Nightmarket Hang Dong)

(Foto: Pforte zur Wohnsiedlung)

Um in einem vergleichbar großen Haus in ähnlicher Wohnlage zu wohnen, hätten wir mindestens 700-800 € für die Zeit zahlen müssen. 

Die Ersparnis ist einfach enorm und ist mehr als lohnenswert im Verhältnis zu den Verpflichtungen, die du hast. 

Wir halten jetzt schon Ausschau fürs nächste Housesitting.

Wir sind gepannt, auf deine Erfahrungen dazu und freuen uns, wenn du sie mit uns teilst!

Viele Grüße,

deine Blattners


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